ASUS Zenbook 14 OLED (UX3405) im Test: Das beste Display seiner Klasse
8.8/10

Das ASUS Zenbook 14 OLED (UX3405) tritt in einem der umkämpftesten Segmente des Notebook-Marktes an: kompakte 14-Zoll-Ultrabooks für Käufer, die weder auf Bildqualität noch auf Akkulaufzeit verzichten wollen, aber auch keine dedizierte Gaming-GPU brauchen. Mit einem Intel Core Ultra 9 285H, 32 GB LPDDR5x-Arbeitsspeicher und einem 3K-OLED-Display bei 120 Hz positioniert sich ASUS bewusst am oberen Ende dieser Kategorie.
Design und Materialqualität. Mit 1,2 kg gehört das Zenbook 14 zu den leichteren Vertretern seiner Klasse, ohne dabei das typische Hohlraum-Gefühl mancher Ultraleicht-Notebooks zu vermitteln. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich solide an, die Deckelöffnung mit einer Hand ist dank des gut abgestimmten Scharniers problemlos möglich, und die matte Oberflächenbeschichtung im getesteten Farbton nimmt Fingerabdrücke deutlich weniger an als glänzende Alternativen. Im direkten Vergleich zum deutlich schwereren Razer Blade 16, das wir ebenfalls getestet haben, liegt der Fokus hier klar auf Mobilität statt auf roher Rechenleistung.
Display. Das 14-Zoll-3K-OLED-Panel (2880×1800) mit 120 Hz Bildwiederholrate und 600 Nits Spitzenhelligkeit ist der eindeutige Höhepunkt dieses Notebooks. Für Bildbearbeitung, Videoschnitt und generell farbkritische Arbeit bietet es eine Präzision, die man bei IPS-Panels in dieser Preisklasse selten findet. Auch bei reinem Medienkonsum – Filme, Serien, YouTube – sorgen die satten Schwarzwerte und der hohe Kontrast für ein spürbar besseres Seherlebnis als bei den meisten Konkurrenzgeräten mit klassischem LCD-Panel.
Leistung im Alltag. Der Core Ultra 9 285H mit 16 Kernen ist für ein Ultrabook außergewöhnlich leistungsstark und bewältigt Multitasking, Browser-Tabs im zweistelligen Bereich und gelegentliche Foto- oder Videobearbeitung ohne spürbares Ruckeln. Die integrierte Intel-Arc-Grafik reicht für leichtes Gaming und die meisten kreativen Anwendungen aus, ist aber naturgemäß kein Ersatz für eine dedizierte GPU – wer regelmäßig anspruchsvolle Spiele spielen möchte, sollte eher zu einem Gerät wie dem Razer Blade 14 oder 16 greifen.
Akkulaufzeit. Mit dem 75-Wh-Akku und der vergleichsweise effizienten Prozessor-Architektur kommt das Zenbook 14 bei gemischter Nutzung – Textverarbeitung, Browsing, gelegentliches Video-Streaming – auf realistische neun bis zehn Stunden abseits der Steckdose. Das ist für ein Gerät mit dieser Prozessorleistung ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis und macht das Notebook zu einer soliden Wahl für lange Arbeitstage ohne Ladegerät in der Tasche.
Tastatur und Trackpad. Der Hubweg der Tastatur ist für ein so dünnes Gehäuse überraschend gut, das Feedback angenehm knackig ohne zu klappern. Das große Glas-Trackpad reagiert präzise auf Multitouch-Gesten und arbeitet zuverlässig mit den Windows-Präzisionstreibern zusammen. Ein beleuchtetes Tastaturlayout mit mehreren Helligkeitsstufen rundet das insgesamt sehr durchdachte Eingabekonzept ab.
Anschlüsse. ASUS verbaut trotz des dünnen Gehäuses zwei Thunderbolt-4-fähige USB-C-Ports, einen vollwertigen USB-A-Anschluss, HDMI 2.1 und einen microSD-Kartenleser. Das ist ein spürbar großzügigeres Anschlussangebot als bei vielen Konkurrenzgeräten, die inzwischen komplett auf USB-C setzen und Käufer zum ständigen Mitführen von Dongles zwingen.
Lüftergeräusch. Bei alltäglichen Aufgaben bleibt das Zenbook praktisch lautlos, da die effiziente Architektur des Core Ultra 9 selten die volle Lüfterleistung erfordert. Erst bei anhaltender Volllast – etwa beim Rendern eines längeren Videos – wird der Lüfter hörbar, bleibt dabei aber in einem für die Geräteklasse angemessenen, nicht störenden Bereich.
Vergleich zum Vivobook S14. Wer ein etwas günstigeres Gerät aus demselben Hause sucht, findet im ASUS Vivobook S14 mit AMD-Ryzen-AI-Prozessor eine interessante Alternative, die zwar beim OLED-Panel und der Verarbeitungsqualität leichte Abstriche macht, dafür aber preislich deutlich zugänglicher ist. Für Käufer, denen Displayqualität und Materialverarbeitung besonders wichtig sind, bleibt das Zenbook 14 aber die konsequentere Wahl.
Webcam und Audio. Die integrierte 1080p-Webcam liefert für Videokonferenzen ein ausreichend scharfes, gut belichtetes Bild, auch bei mäßigen Lichtverhältnissen im Homeoffice. Die nach Harman-Kardon-Abstimmung klingenden Lautsprecher bieten für ein so dünnes Gehäuse überraschend viel Volumen und einen für Notebook-Verhältnisse angenehm ausgewogenen Klang – für Musik und Videos reicht das ohne externe Lautsprecher völlig aus, auch wenn tiefe Bässe naturgemäß fehlen.
Vorinstallierte Software. ASUS hält sich bei der vorinstallierten Software erfreulich zurück: Neben der MyASUS-App zur Systemverwaltung und Treiber-Updates findet sich kaum unnötige Zusatzsoftware, die man beim Ersteinrichten wieder deinstallieren müsste. Das steht im positiven Kontrast zu manchen Konkurrenzgeräten, bei denen man sich erst durch eine Reihe vorinstallierter Testversionen und Werbe-Apps klicken muss, bevor das Notebook einsatzbereit ist.
Preis-Leistungs-Verhältnis. In seiner Preisklasse konkurriert das Zenbook 14 OLED direkt mit Geräten wie dem Dell XPS 13 und dem MacBook Air – beides Notebooks, die wir ebenfalls getestet haben. Gegenüber dem MacBook Air punktet das Zenbook mit dem deutlich helleren und schärferen OLED-Display sowie der größeren Anschlussvielfalt, während das MacBook Air bei Akkulaufzeit unter Volllast und dem geräuschlosen lüfterlosen Betrieb die Nase vorn hat. Welches Gerät die bessere Wahl ist, hängt letztlich stark vom bevorzugten Betriebssystem und den individuellen Anwendungsfällen ab.
Für wen eignet sich das Zenbook 14? Studierende, die viel unterwegs arbeiten und Wert auf ein scharfes Display für PDF-Dokumente und Präsentationen legen, profitieren ebenso vom Zenbook wie Kreative, die gelegentlich Fotos oder Videos auf einem farbtreuen Bildschirm bearbeiten wollen. Wer dagegen regelmäßig rechenintensive Spiele spielen oder 3D-Rendering betreiben möchte, sollte angesichts der fehlenden dedizierten Grafikkarte eher zu einem Gaming-Notebook greifen.
Displaydeckel und Scharnier auf Reisen. Wer das Notebook regelmäßig in einer Tasche transportiert, wird die stabile Konstruktion des Displaydeckels zu schätzen wissen – auch bei leichtem Druck von außen, etwa durch andere Gegenstände in einem vollgepackten Rucksack, zeigt sich auf dem OLED-Panel kein sichtbares Durchdrücken oder Verfärben, ein Problem, das bei manchen dünneren Konkurrenzgeräten durchaus vorkommt. Das um den Bildschirmrahmen verstärkte Gehäusedesign trägt spürbar zu diesem soliden Reiseverhalten bei.
Erwärmung im Tastaturbereich. Bei anhaltender Belastung, etwa während längerer Videokonferenzen mit aktivierter Hintergrundunschärfe oder beim gleichzeitigen Bearbeiten mehrerer großer Bilddateien, erwärmt sich das Gehäuse im oberen Tastaturbereich spürbar, bleibt aber stets im unproblematischen Bereich und beeinträchtigt weder Tipp-Komfort noch Handballenauflage. Im Vergleich zu manch dünnerem Konkurrenzgerät mit schwächerer interner Kühlung ist das ein solides Ergebnis, das für längere Arbeitssitzungen ohne Unterbrechung spricht.
Fazit. Das ASUS Zenbook 14 OLED (UX3405) gehört zu den überzeugendsten Allround-Ultrabooks, die wir in letzter Zeit getestet haben. Die Kombination aus außergewöhnlichem Display, solider Akkulaufzeit, angemessener Rechenleistung und großzügiger Anschlussausstattung in einem leichten Gehäuse macht es zur ersten Wahl für Käufer, die ein Notebook für Produktivität, kreative Arbeit und Medienkonsum suchen, ohne dabei auf ein Gaming-Notebook mit entsprechendem Gewicht und Preis zurückgreifen zu müssen. Innerhalb der eigenen Modellpalette bleibt es damit die konsequenteste Wahl für alle, denen Bildqualität und Verarbeitung wichtiger sind als der niedrigste Anschaffungspreis.