ASUS Vivobook S14 (M5406) im Test: AMDs Ryzen-AI-Chip bekommt endlich ein Notebook, das ihm gerecht wird
8.4/10

Das ASUS Vivobook S14 (M5406) ist eines der ersten Mittelklasse-Notebooks, das AMDs neuen Ryzen AI 9 HX 370 mit bis zu 12 Kernen in ein wirklich stimmiges Gesamtpaket packt. Für 1.099 US-Dollar bekommt man einen integrierten AMD Radeon 890M-Grafikchip, bis zu 32 GB LPDDR5x und ein 14-Zoll-OLED-Panel mit 3K-Auflösung und 120 Hz – eine Spezifikationsliste, die vor einem Jahr in dieser Preisklasse noch ungewöhnlich gewesen wäre.
Der Ryzen-AI-Chip im Alltag
AMDs Ryzen-AI-300-Serie ist vor allem für ihre integrierte NPU bekannt, die für KI-gestützte Hintergrundaufgaben wie Videoanrufe mit Rauschunterdrückung oder Bildverbesserung in Windows-Copilot-Funktionen genutzt wird. Im täglichen Gebrauch bedeutet das spürbar flüssigere Multitasking-Performance bei Aufgaben, die diese NPU nutzen, ohne dass dafür der Akku übermäßig belastet wird. Für klassische CPU-Lasten wie Kompilieren, Fotobearbeitung oder Multitab-Browsing liefert der 12-Kern-Chip zudem mehr Reserven, als man von einem 1.099-Dollar-Notebook erwarten würde.
Display: OLED zum fairen Preis
Das 14-Zoll-3K-OLED-Panel mit 120 Hz und HDR-Unterstützung ist in dieser Preisklasse eine echte Seltenheit. Satte Schwarzwerte und kräftige Farben machen das Vivobook S14 zu einer überraschend guten Wahl für alle, die Filme schauen oder Fotos bearbeiten, ohne dafür ein deutlich teureres Notebook kaufen zu wollen. Im Vergleich zum ASUS Zenbook 14 OLED verzichtet das Vivobook zwar auf einige Premium-Materialdetails, bietet dafür aber ein sehr ähnliches Panel zu einem spürbar niedrigeren Einstiegspreis.
Integrierte Grafik: mehr, als man erwartet
Der AMD Radeon 890M ist eine der leistungsstärksten integrierten Grafiklösungen, die aktuell verfügbar sind, und schafft es, ältere oder weniger anspruchsvolle Titel in moderaten Einstellungen flüssig darzustellen – ohne dedizierte GPU. Für ernsthaftes Gaming in aktuellen AAA-Titeln reicht das natürlich nicht an eine dedizierte RTX-Karte heran, aber für gelegentliches Spielen zwischendurch, ohne dafür ein separates Gaming-Notebook mitzuschleppen, ist die integrierte Lösung überraschend brauchbar.
Akkulaufzeit und Gewicht
Mit 1,3 kg Gewicht und einem 75-Wh-Akku gehört das Vivobook S14 zu den alltagstauglicheren Notebooks im Portfolio. Die Kombination aus effizientem Ryzen-AI-Chip und OLED-Panel, das im Vergleich zu älteren OLED-Generationen sparsamer arbeitet, sorgt für eine Akkulaufzeit, die für einen vollen Arbeitstag mit gemischter Nutzung ausreicht, solange man nicht durchgehend rechenintensive Aufgaben erledigt.
Anschlüsse und Tastatur
Für die Preisklasse bietet das Vivobook S14 eine solide Anschlussausstattung: USB-C mit DisplayPort-Unterstützung, USB-A-Ports, HDMI und ein Kopfhöreranschluss sind an Bord, sodass die meisten Peripheriegeräte ohne zusätzlichen Dongle angeschlossen werden können. Die Tastatur bietet einen ordentlichen, wenn auch nicht herausragenden Anschlagpunkt, und eine einfarbige Hintergrundbeleuchtung erleichtert die Bedienung in dunkleren Umgebungen. Das Trackpad reagiert präzise und ist für ein Notebook dieser Preisklasse überdurchschnittlich groß dimensioniert.
Verarbeitung und Gesamteindruck
Das Gehäuse besteht überwiegend aus Aluminium an der Deckel- und Tastaturoberseite, was dem Vivobook S14 eine höherwertige Anmutung verleiht, als der Preis vermuten lässt. Im direkten Vergleich zu Premium-Ultrabooks gibt es zwar spürbare Unterschiede bei der Scharnierstabilität und der Materialkonsistenz an den Kanten, für die anvisierte Preisklasse bleibt die Verarbeitung aber überdurchschnittlich solide und deutlich über dem, was man bei vielen Konkurrenzmodellen unter 1.200 US-Dollar erwarten würde.
Lautsprecher und Multimedia-Wiedergabe
ASUS hat das Vivobook S14 mit Harman-Kardon-zertifizierten Lautsprechern ausgestattet, die für ein Notebook dieser Preisklasse überdurchschnittlich klar und ausgewogen klingen, wenn auch naturgemäß ohne den satten Bass größerer Standlautsprecher. In Kombination mit dem OLED-Panel und dessen HDR-Unterstützung macht das die Vivobook-S14-Reihe zu einer soliden Wahl für Serien- und Filmabende unterwegs, ohne zusätzliches Kopfhörer- oder Lautsprecher-Zubehör mitschleppen zu müssen.
Häufige Fragen zum Vivobook S14
Lohnt sich der Ryzen-AI-Chip für normale Nutzer? Ja, auch ohne aktive Nutzung spezieller KI-Software profitieren Multitasking und Akkueffizienz spürbar von der modernen Architektur. Reicht die integrierte Grafik zum Spielen? Für ältere oder weniger anspruchsvolle Titel in moderaten Einstellungen ja, für aktuelle AAA-Titel in hohen Einstellungen nicht. Wie schlägt sich das Display gegenüber teureren OLED-Notebooks? Überraschend gut – Farbgenauigkeit und Kontrast liegen nah an deutlich teureren Modellen wie dem Zenbook 14 OLED.
Akkulaufzeit im Detail und Ladeverhalten
Der 75-Wh-Akku profitiert spürbar von der Effizienz des Ryzen-AI-9-HX-370-Chips: Bei gemischter Büronutzung mit Browsing, Textverarbeitung und gelegentlichen Videocalls kommt das Vivobook S14 realistisch über einen vollen Arbeitstag, ohne dass die Steckdose in Reichweite sein muss. Über den mitgelieferten USB-C-Netzteil-Adapter lässt sich der Akku zudem in unter einer Stunde auf einen Großteil seiner Kapazität aufladen, was besonders bei kurzen Pausen zwischen Terminen praktisch ist und einen Vorteil gegenüber älteren Notebook-Generationen mit proprietären, langsameren Ladelösungen darstellt.
Für wen sich das Vivobook S14 besonders eignet
Kurz gesagt: Wer ein einziges, gut ausbalanciertes Notebook für Uni, Büro und Freizeit sucht, findet hier selten so viel Gegenwert fürs Geld.
Studierende und Berufseinsteiger, die ein einziges Gerät für Büroarbeit, gelegentliches Gaming und Medienkonsum suchen, profitieren am meisten vom Preis-Leistungs-Verhältnis des Vivobook S14. Wer dagegen primär auf maximale Rechenleistung für professionelle Kreativarbeit angewiesen ist, etwa für aufwendige Videobearbeitung in hoher Auflösung, wird an anderer Stelle im Portfolio eher fündig, da die integrierte Grafiklösung trotz guter Werte klar hinter dedizierten GPU-Lösungen zurückbleibt, sobald es um wirklich anspruchsvolle Renderaufgaben geht. Für alle anderen Alltagsszenarien bleibt das Gesamtpaket aber bemerkenswert stimmig und ausgewogen.
Einordnung im Portfolio
Wer ein etwas premiumhafteres Gehäuse und zusätzliche Materialdetails sucht, sollte einen Blick auf das ASUS Zenbook 14 OLED werfen. Wer dagegen maximale Rechenleistung für Gaming braucht, ist beim ROG Zephyrus G14 mit dedizierter RTX-Grafik besser aufgehoben – das Vivobook S14 zielt bewusst auf die Mitte zwischen reinem Business-Ultrabook und Gaming-Notebook.
Vergleich zur Vorgängergeneration
Gegenüber älteren Vivobook-Generationen mit klassischen Intel- oder früheren AMD-Ryzen-Chips bietet die neue Ryzen-AI-Plattform vor allem bei Akkueffizienz und Multitasking-Leistung einen spürbaren Sprung nach vorn, nicht nur auf dem Papier, sondern auch im spürbaren Alltagsgebrauch. Wer noch ein älteres Vivobook oder vergleichbares Mittelklasse-Notebook nutzt, dürfte den Umstieg bei Akkulaufzeit und Reaktionsgeschwindigkeit im Alltag deutlich merken, insbesondere bei rechenintensiveren Hintergrundaufgaben und beim gleichzeitigen Betrieb mehrerer anspruchsvoller Anwendungen.
Fazit
Das ASUS Vivobook S14 (M5406) zeigt, dass AMDs Ryzen-AI-Plattform in der Mittelklasse angekommen ist, ohne dabei Kompromisse beim Display einzugehen. Für 1.099 US-Dollar ist es eine der überzeugendsten Optionen für alltägliche Produktivität mit gelegentlichem Gaming und spürbarem Mehrwert durch die integrierte NPU, und es dürfte für die meisten Käufer in dieser Preisklasse kaum ein besser abgestimmtes Gesamtpaket geben, das Display, Leistung und Akkulaufzeit derart ausgewogen miteinander verbindet.