Dell XPS 13 (9300, 2020) im Test: Das Ultrabook, das ein Designkapitel prägte

Dell XPS 13 (9300, 2020) im Test: Das Ultrabook, das ein Designkapitel prägte

Als Dell 2020 das XPS 13 (9300) vorstellte, setzte das Unternehmen einen neuen Maßstab dafür, wie viel Bildschirmfläche sich in ein kompaktes 13-Zoll-Gehäuse packen lässt. Der extrem schmale Rahmen rund um das Display – bei Dell als "InfinityEdge" vermarktet – wurde in den Folgejahren zum Vorbild für zahlreiche Konkurrenzmodelle und prägt bis heute das Erscheinungsbild vieler Premium-Ultrabooks. In diesem Rückblick schauen wir uns an, wie gut sich das Design und die Technik dieses Meilenstein-Notebooks aus heutiger Sicht schlagen.

Die XPS-Reihe war schon vor 2020 für ihre Displayqualität bekannt, doch mit der 9300-Generation gelang Dell ein besonders großer Sprung: Das Verhältnis von Bildschirmfläche zu Gesamtgröße des Gehäuses erreichte einen Wert, der zum damaligen Zeitpunkt in dieser Preisklasse kaum von der Konkurrenz erreicht wurde, ein Wert, der auch aus heutiger Sicht noch beeindruckt. Diese Neuausrichtung des Designs beeinflusste sichtbar, wie andere Hersteller ihre eigenen Premium-Ultrabooks in den folgenden Jahren gestalteten.

Display: Der eigentliche Star des XPS 13 9300

Das 13,4-Zoll-Panel löst mit UHD+ (3840×2400) im 16:10-Seitenverhältnis auf – für 2020 eine außergewöhnlich hohe Pixeldichte, die Text gestochen scharf darstellt und selbst professionelle Bildbearbeitung erlaubt. Das großzügigere 16:10-Format gegenüber dem damals üblichen 16:9 verschafft zudem spürbar mehr vertikalen Platz beim Arbeiten mit Dokumenten und Tabellen, ein Vorteil, den man erst im Alltag richtig zu schätzen lernt. Die extrem dünnen Displayränder, die bei der Vorstellung 2020 fast schon futuristisch wirkten, wurden seitdem zwar von zahlreichen Konkurrenten kopiert, gehören aber auch heute noch zu den konsequentesten Umsetzungen des randlosen Designs im Ultrabook-Segment.

Leistung und Ausstattung

Angetrieben von einem Intel Core i7-1065G7 mit Iris-Plus-Grafik und bis zu 32 GB LPDDR4x-Arbeitsspeicher liefert das XPS 13 9300 im Testgerät genug Leistung für Office-Anwendungen, Webentwicklung und leichte Bildbearbeitung. Für Gaming oder rechenintensive Workloads ist die integrierte Grafik naturgemäß nicht ausgelegt, was bei einem Ultrabook dieser Klasse aber auch nicht der Anspruch ist. Bis zu 2 TB PCIe-NVMe-Speicher lassen sich konfigurieren, was auch datenintensivere Nutzer zufriedenstellt. Im Vergleich zu neueren Prozessorgenerationen wirkt der i7-1065G7 heute naturgemäß etwas in die Jahre gekommen, im alltäglichen Büroeinsatz macht sich das aber deutlich weniger bemerkbar als in Benchmark-Diagrammen.

Tastatur, Trackpad und Verarbeitungsqualität

Die Tastatur des XPS 13 9300 wurde gegenüber älteren XPS-Generationen überarbeitet und bietet größere Tasten mit spürbar mehr Abstand zueinander, was Tippfehler reduziert und den Schreibkomfort deutlich verbessert. Das großzügig dimensionierte Glas-Trackpad reagiert präzise und unterstützt die gängigen Multitouch-Gesten zuverlässig. Das aus CNC-gefrästem Aluminium gefertigte Gehäuse mit Carbonfaser-Handballenauflage fühlt sich auch Jahre nach Erscheinen noch hochwertig an und zeigt, warum Dells XPS-Reihe seit Jahren als Referenz für Verarbeitungsqualität im Ultrabook-Segment gilt.

Gewicht, Akku und Alltagstauglichkeit

Mit 1,27 kg Gewicht und einem 52-Wh-Akku positioniert sich das XPS 13 9300 klar als Reisebegleiter für unterwegs. Die Kombination aus geringem Gewicht und dem randlosen Display sorgt dafür, dass sich das Gerät trotz kompakter Außenmaße wie ein deutlich größeres Notebook anfühlt, sobald der Bildschirm aufgeklappt ist.

Webcam, Audio und Alltagsdetails

Ein häufig kritisierter Punkt des XPS 13 9300 war die Positionierung der Webcam unterhalb statt oberhalb des Displays, ein direkter Kompromiss für den extrem schmalen oberen Rahmen. Bei Videoanrufen führt dies zu einem eher unvorteilhaften Blickwinkel von unten, was Dell in späteren XPS-13-Generationen durch eine überarbeitete Kameraplatzierung adressierte. Die Lautsprecher, links und rechts der Tastatur positioniert, liefern für ein derart kompaktes Gehäuse einen überraschend vollen Klang.

Häufige Fragen zum Dell XPS 13 (9300)

Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten XPS 13 9300 im Jahr 2026 noch? Für leichte Büroarbeit und als Zweitgerät durchaus, vor allem wegen des herausragenden Displays – für rechenintensive moderne Anwendungen wirkt die Plattform aus heutiger Sicht aber zunehmend limitiert. Wie ist die Reparierbarkeit einzuschätzen? Wie bei den meisten dünnen Ultrabooks dieser Generation ist der interne Zugang eingeschränkt, RAM und viele Komponenten sind fest verbaut, während die SSD bei manchen Konfigurationen austauschbar ist. Was war der größte Kritikpunkt beim Erscheinen 2020? Vor allem die Positionierung der Webcam unterhalb des Displays sorgte für unvorteilhafte Kamerawinkel bei Videoanrufen – ein Kompromiss, den Dell für die extrem schmalen Ränder in Kauf nahm und in späteren XPS-Generationen überarbeitete. Unterstützt das Gerät Thunderbolt für externe Grafikkarten oder schnelle Peripherie? Ja, die verbauten Thunderbolt-3-Anschlüsse erlauben sowohl den Betrieb externer Displays in hoher Auflösung als auch den Anschluss schneller externer Speicherlösungen. Insgesamt bleibt das XPS 13 9300 damit auch Jahre nach seiner Vorstellung ein interessantes Beispiel dafür, wie konsequentes Industriedesign ein ganzes Marktsegment nachhaltig prägen kann.

Wie schlägt sich das XPS 13 9300 heute im Vergleich?

Verglichen mit dem HP EliteBook 840 G8, das stärker auf Unternehmensverwaltung und Sicherheit ausgerichtet ist, punktet das XPS 13 9300 klar bei der Displayqualität, bietet dafür aber keine vPro-Fernwartung für IT-Abteilungen. Gegenüber dem deutlich älteren Lenovo ThinkPad X1 Carbon (2. Generation) zeigt sich vor allem der technische Fortschritt bei Prozessorleistung und Speicheranbindung, während beide Geräte gemeinsam haben, dass sie in ihrer jeweiligen Ära als Referenz für kompakte, hochwertige Business- und Consumer-Ultrabooks galten. Wer heute zwischen einem gebrauchten XPS 13 9300 und einem aktuellen Modell wie dem ASUS Zenbook 14 OLED wählt, sollte bedenken, dass moderne OLED-Displays und effizientere Prozessoren mittlerweile einen spürbaren Sprung gegenüber der 2020er-Generation darstellen. Auch bei der Akkulaufzeit und der Effizienz unter Teillast haben aktuelle Notebook-Plattformen gegenüber der damaligen Intel-Ice-Lake-Generation deutlich zugelegt, was sich vor allem bei längeren Arbeitstagen ohne Steckdose in der Praxis bemerkbar macht. Auch die Ladegeschwindigkeit moderner USB-C-Netzteile mit höherer Wattzahl übertrifft die damaligen Optionen deutlich, was das Aufladen zwischen Terminen erheblich beschleunigt und den Arbeitsalltag unterwegs spürbar entspannter macht, ein Detail, das im hektischen Berufsalltag oft mehr wiegt als es zunächst erscheint. Insgesamt zeigt der direkte Vergleich, wie sehr sich die Ultrabook-Kategorie seit 2020 technisch weiterentwickelt hat, auch wenn das grundlegende Designversprechen des XPS 13 9300 bis heute erstaunlich aktuell und zeitlos und stilprägend und richtungsweisend und in vielen Details bis heute vorbildlich wirkt.

Fazit

Das Dell XPS 13 (9300, 2020) ist mehr als nur ein weiteres Ultrabook aus dem Jahr 2020 – es ist der Moment, in dem Dell das Format des kompakten Premium-Laptops neu definierte. Wer heute ein gebrauchtes Modell in Erwägung zieht, bekommt ein Display, das auch Jahre später noch beeindruckt, gepaart mit solider, wenn auch nicht mehr taufrischer Alltagsleistung.

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